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22nd January 2026

Von Reaktion zu Readiness: Das Reifegradmodell resilienter Lieferketten

Gerade veröffentlicht: Der globale Index für Nachhaltigkeitsrisiken & Leistung von Lieferketten

Insight From EcoVadis Ratings

Man and woman talks about work

Resilienz ist kein Zustand, sondern das Ergebnis eines Reifeprozesses. 2026 zeigt sich deutlich: Viele Unternehmen agieren noch reaktiv, einige sind robust aufgestellt – aber nur wenige erreichen echte Readiness. Der Unterschied entscheidet darüber, ob Nachhaltigkeit und Risikomanagement lediglich Schäden begrenzen oder strategische Handlungsfähigkeit sichern.

Stufe 1: Reaktion – Schadensbegrenzung im Nachhinein
Reaktive Organisationen handeln erst, wenn Störungen bereits eingetreten sind: Lieferausfälle, regulatorische Verstöße oder Reputationsschäden lösen Maßnahmen aus. ESG ist hier primär ein nachgelagerter Prüf- und Dokumentationsprozess. Entscheidungen basieren auf historischen Daten, nicht auf vorausschauenden Signalen. Resilienz entsteht – wenn überhaupt – zufällig.

Stufe 2: Robustheit – Widerstandsfähigkeit durch Absicherung
Robuste Lieferketten sind besser vorbereitet. Sie setzen auf Redundanzen, alternative Lieferanten und definierte Notfallpläne. ESG-Risiken werden systematischer erfasst, bleiben jedoch häufig isoliert in einzelnen Funktionen. Robustheit erhöht die Stabilität, bleibt aber defensiv: Sie federt Schocks ab, ohne deren Eintritt aktiv zu beeinflussen.

Stufe 3: Readiness – vorausschauende Handlungsfähigkeit
Readiness beschreibt die Fähigkeit, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, ihre Auswirkungen zu antizipieren und rechtzeitig zu handeln. ESG-Daten, Risikoindikatoren und operative Informationen werden integriert betrachtet und für Szenarioanalysen genutzt. Entscheidungen erfolgen nicht erst unter Druck, sondern auf Basis von Frühindikatoren. Resilienz entsteht hier nicht durch Reaktion oder Absicherung, sondern durch Anpassungsfähigkeit.

Resilienz als Ergebnis
Echte Resilienz ist das Resultat von Readiness. Sie zeigt sich nicht darin, Krisen zu überstehen, sondern darin, dass sie ihre disruptive Wirkung verlieren. Unternehmen mit hoher Readiness reagieren nicht schneller – sie müssen seltener reagieren, weil sie vorbereitet sind.

Praxis-Tipp:
Unternehmen sollten bewusst analysieren, auf welcher Reifegradstufe ihre Beschaffung heute steht – und welche Fähigkeiten fehlen, um Readiness zu erreichen. Entscheidend ist, ESG- und Risikodaten nicht nur zu sammeln, sondern aktiv für Szenarien, Priorisierung und Entscheidungs­vorbereitung zu nutzen. Frühindikatoren zu geopolitischen, klimatischen oder sozialen Risiken müssen systematisch ausgewertet und in konkrete Handlungsoptionen übersetzt werden. Readiness wird damit zur Führungsaufgabe – und zur Voraussetzung resilienter Lieferketten.

Kontaktieren Sie EcoVadis, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie Ihre Lieferketten resilienter machen können.

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